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leerKriegerdenkmal
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Das Kriegerdenkmal auf dem Peterskirchhof, südlich der Peterskirche errichtet und erhoben dargestellt, wurde vom Frankfurter Bildhauer Johann Christian Rudolph Eckart (02.02.1842 - 09.12.1897) modelliert und von Gustav von Kress (25.02. 1796 - 30.12.1877) galvanoplastisch ausgeführt. Es stellt in der ca. 2,50 Meter hohen Hauptgruppe eine geflügelte Victoria dar, welche einen „für Deutschlands Größe und Freiheit“ sterbende Krieger bekränzt. Die vier sinnbildlichen Nieschenfiguren sind die „ihre gefallenen Söhne beklagende Francofurtia“, die „für Freiheit und Recht das Schwert ziehende Vaterlandsliebe“, das „geeinigte Deutschland mit der wiedererworbenen Kaiserkrone“ und die „mit ehernem Griffel die Taten in ihr Buch schreibende Geschichte“. Quelle: Geschichte von Frankfurt am Main, Robert Schrotzenberger, 1884 - Seite 139
Die Grundsteinlegung fand am 03. 07.1877 statt und wurde in das Fundament ein verwahrendes Blechkästchen mit Münzen und den Kriegs-Ehrenzeichen, sowie in einer luftdicht verschlossenen Flasche aus Hartglas alle vom Comité ausgegangenen Drucksachen und eine auf Pergament geschriebene Nachricht folgenden Inhalts versenkt:

„Zur Nachricht. Wenn dem Gesetze der Vergänglichkeit das Werk verfallen sein wird, welches einst patriotische Pietät an dieser Stelle errichtet hatte, dann möge der Inhalt dieses, dem Schoosse der Erde anvertrauten Behälters späteren Forschern künden, dass hier den 47 für die Freiheit und Einheit Deutschlands im Kriege mit Frankreich 1870-1871 ruhmvoll gefallenen Söhnen der Stadt Frankfurt von ihren Mitbürgern ein ehrendes Denkmal errichtet worden war; in Stein und Erz ausgeführt von den Meistern Rudolph Eckart als Bildhauer, Georg v. Kress als Galvanoplastiker, Wilhelm Koch als Steinmetz und Ferdinand Abt als Maurer.
Frankfurt am 3. Juli 1877.“

Das Bureau des Ehrendenkmal-Comités:
Der Präsident Justizrath Dr. Ludwig Heinrich Euler.
Der Schriftführer August Rabenstein.
Der Kassierer Wilhelm Lehr.

Am 10. 05.1878, dem Jahrestag des Friedensschlusses wurde das Kriegerdenkmal enthüllt und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Kriegerdenkmal auf dem Peterskirchhof stellt in der acht Fuss hohen Hauptgruppe eine geflügelte Victoria dar, welche einen „für Deutschlands Größe und Freiheit“ sterbende Krieger bekränzt. Die vier allegorischen Nieschenfiguren sind die „ihre gefallenen Söhne beklagende Francofurtia“, die „für Freiheit und Recht das Schwert ziehende Vaterlandsliebe“, das „geeinigte Deutschland mit der wiedererworbenen Kaiserkrone“ und die „mit ehernem Griffel die Taten in ihr Buch schreibende Geschichte“.
(Schilderung lt. Gedächtnisfeier am 10. 05. 1881)
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So ähnlich hätte das Dokument aussehen können, das im Jahre 1877 zur Grundsteinlegung mit in das Fundament des Denkmals eingelassen wurde.
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Auf den vier Kanten des Denkmalsockels befanden sich die 47 Namen der Frankfurter Soldaten, die während Kriegshandlungen teils an Verwundungen oder Krankheiten verstarben.


Südseite:

EUGEN BACHFELD, gef. Viouville 16. August 1870.
FRIEDRICH BINGMANN, † Versailles 13. Oktober 1870.
HEINRICH v. BÜLOW, gef. Chateauneuf 18. November 1870.
WILIIELM CHRIST, gef. Wörth 6. August 1870.
FERD. COLLISCHONN, verw. Wörth, † 16. September 1870.
KARL CHRISTIANI, verw. Sedall, † 18. September 1870.
JUL. FRIED. EISENGART, † Versailles 17. Dezember 1870.
KARL ROBERT ENDERS, † 27. März 1871.
L. H. GOTTF. ENGELKE, † 28. Februar 1872.
WILHELM GEORG EYSSEN, verw. Gravelotte, † 21. August 1870.
OTTO FRANC v. LIECHTENSTEIN, gef. St. Marie 18. August 1870.
KARL GMANER, verw. Bitsch, † 25. August 1870.

Ostseite:

EMIL GÖLZENLEUCHTER, gef. Weissenburg 4. August 1870.
KARL HERBART, gef. Weissenburg 4. August 1870.
AUGUST CHRISTIAN HEYMANN, † Boissy 28. Oct. 1870.
WILFRID HEROLD, † Maintenon 8. Januar 1871.
PH. CHRISTIAN HOCH, verw. St. Privat, † 27. August 1870.
FERDINAND HÖHLE, gef. Wörth 6. August 1870.
CHRISTIAN HORMANN, † St. Cyr 15. Oktober 1870.
OTTO JUNGÉ, † Reims 1. Oktober 1870.
WILHELM KAHLO, gef. Belfort 18. Januar 1871.
KARL KIPP, † Nancy 4. November 1870.
KARL KLAUS, † 10. Mai 1871.
JACOB KNAUFF, gef. St. Privat 18. August 1870.

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foto leer Nordseite:

JOHANNES KNIEP, † Corbeil 7. Oktober 1870.
OTTO KOLLIGS, gef. Artenay 2. Dezember 1870.
GEORG KURZROCK, † Meaux 9. September 1871.
FRITZ LINDHEIMER, gef. Wörth 6. August 1870.
JOHANN THOMAS MACK, † Bourbonne 13. Februar 1871.
FRITZ MARSCHALL, gef. Wörth 6. August 1870.
ALFRED MÜLLER, verw. Sedan, † 15. September 1870.
FRANZ NUNZ, † Boulay 1. Oktober 1870.
LUDWIG PEIPERS, † 10. Dezember 1872.
JACOB RIGAUD, verw. La Ferté, † 21. Dezember 1870 .
JOHANN ROMIG, gef. St. Privat 18. August 1870.
EGON SCHIRGES, gef. Strassburg 12/13. September 1870.

Westseite:

THEODOR SCHLÖSSER, verw. Charly, † 1. September 1870.
JOH. MARTIN DANIEL SElB, gef. St. Privat 18. August 1870.
HEINRICH SIMON, † Palais 9. Januar 1871.
LEONHARD SCHMIDT, gef. St. Privat 18. August 1870.
FRITZ SPICHARZ, † Chalons 1. Januar 1871.
ADOLF SCHWARZ, gef. Spichern 6. August 1870.
KARL WIEDERHOLD, † 28. Mai 1871.
FRIEDRICH WIESEN, verw. Mars la Tour, † 26. November 1870.
KONRAD WITTMANN, † Sedan 17. September 1870.
THEODOR ZICKWOLFF, † Nanteuil 25. Oktober 1870.
OTTO ZIMMERMANN, † Vesoul 14. März 1871.
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Den Toten des Deutsch-Französischen Krieges 1870-1871 gewidmet: Das Kriegerdenkmal auf dem Peterskirchhof in Frankfurt a. M. um 1900. Das Denkmal war im Jahr 1942 noch vorhanden. Nach dem Krieg stand noch jahrelang der leere Sockel auf dem Kirchhof. - Verbleib der Galvanoplastik ist ungeklärt.


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leerÖrtlichkeit derzeit: Seit 1994 befindet sich das AIDS-Memorial "Verletzte Liebe" in unmittelbarer Nähe.
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Die kreisförmige, Anordnung zeigt heute den Bereich, wo das Denkmal stand. Die Luftaufnahme (Google earth, 8/2013) zeigt diese Stelle. Im 2. Weltkrieg wurde es "entfernt". Der Verbleib blieb ungeklärt. Das Metall des Denkmals ist vermutlich eingeschmolzen und für Kriegszwecke mißbraucht worden. Das AIDS-Memorial "Verletzte Liebe": Seit 1994 befindet unterhalb des ehemaligen Kriegerdenkmals in der östlichen und nördlichen Stützmauer unterhalb der Kirche die Gedenkstätte von Tom Fecht, die an die AIDS-Toten erinnert. Dort wurden die Worte "Verletzte Liebe " (a l´amour blessé ) eingemeißelt und ein Nagel für jeden in Frankfurt an Aids Gestorbenen in die Mauer geschlagen. Dies geschieht im Andenken an die Aids-Toten eines jeden Jahres jeweils am 1. Dezember, dem Welt-AIDS-Tag erneut für jeden im abgelaufenen Jahr Verstorbenen. pic

© Harald Fester (2014)

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