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leerJohann Matthäus Adami
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Das Grab selbst ist heute nicht mehr erhalten, denn es wurde im Jahre 1864 für den Bau der Rosenberger Schule abgeräumt. Dabei wurde die relativ kleine graue Platte aus Lahnmarmor (Kreuz u. 2 Wappen für Dieffenbach und Adami) an den heutigen Standort im 1. Teil des Friedhofs, an der Nordseite der ersten Querwand versetzt.
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foto leer Johann Matthäus, Jahrgang 1665, wurde in eine Familie geboren, die erst seit zwei Generationen in Frankfurt ansässig war. Die Familie Adami ist seit den Tagen des 30-jährigen Krieges in der Stadt nachweisbar.
1637 heiratete Johann Adami Anna, des Garkochs Jost Fillenbachs Tochter. Zur selben „Großväter-Generation“ gehörte der im Jahr 1648 in den Ratssupplikationen genannte Paulus Adami aus Reichenbach. Er stellte ein Gesuch an den Rat, in die Bürgerschaft aufgenommen zu werden. Das bedeutet, dass auch er eine hiesige Bürgerstochter geheiratet hatte. 1653 bewarb sich Paulus auf die Stelle eines Wagenmeisters. Bei dieser Gelegenheit erfahren wir auch etwas über seine Tätigkeit: Er wird als Weinschenk in den Büchern geführt. Diese oder ihr verwandte Tätigkeiten übten auch die späteren Adamis häufig aus. Uns sind aus der Vatergeneration fünf Adamis bekannt: Hans (Soldat), ein Kind; Johann Conrad, drei Kinder; Peter (Schneider und Schuhmacher), fünf Kinder; Johann Daniel, drei Kinder; sowie Carl, sieben Kinder.
So ist es in den Taufbüchern zu finden. Die letztgenannten Personen waren zweifelsfrei Brüder. Johann Daniel und Anna Margarethe Adami waren die Eltern von Johann Matthäus. Die Verwandtschaftsverhältnisse zu und unter den anderen sind nicht restlos geklärt. Die fünf Adamis bekamen ausnahmslos in den 1660er Jahren ihre Kinder. So trat Johann Matthäus Mutter Anna Margarethe 1666 als Patin einer Tochter von Carl Adami gleichen Namens auf.
Johann Matthäus wurde als drittes Kind und einziger Sohn am Donnerstag, den 9. November 1665 geboren. Als Pate ist im Taufbuch der Färber Matthias Dösler eingetragen. Vielleicht handelt es sich hier um einen Schwager der Mutter. Johann hatte zwei ältere Schwestern. Am 30. März 1662 war Anna Margarethe und am 3. Januar 1664 Susanna Dorothea geboren worden.
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Sein Vater war Gasthalter im „Tannenberg“ am Garküchenplatz 5. Möglich, dass er die Wirtschaft seines Großvaters übernahm. Johanns Onkel Carl bewirtschaftete als Weinschenk das Gasthaus „Zum alten Schwaben“ auf der Vilbeler Gasse No. 27 im Haus zum kleinen Braunfels. Nach Ablegung des Bürgereides am 22. Mai 1688 heiratete Johann Matthäus am 17. Juli die zwei Jahre jüngere Maria Magdalena Dieffenbach. Eine Adresse des Paares konnte bis dato nicht ermittelt werden. Maria war die Tochter des Bendermeisters Georg Gustav Dieffenbach, der ebenfalls aus Reichenbach stammte. Es könnte sein, dass über solche Verbindungen noch alte Kontakte gehalten wurden. Es ist bekannt, dass Johann eine Handwerkerlehre bei den Fassbendern machte und später den Meistertitel erwarb. Er stieg danach um und betrieb wie sein Schwiegervater den Weinhandel, der lukrativer war. Johann übernahm nicht nur des Schwiegervaters Geschäft, sondern nach dessen Dahinscheiden auch das Amt des Bürgerkapitäns im 3. Quartier. Dieses Ehrenamt hatte er bis zu seinem Tode 1754 inne.

Die Bürgerkapitäne entstammten meistens dem Kleinbürgertum, denn sie brachten die nötigen Vorbedingungen mit. Als Anforderungen wurden u. a. angegeben:
„Ein Hauptmann von der Bürgerschafft soll ein Mann seyn erstlich von gutem Leben und Wandel, von gutem Ansehn und Mitteln, der in der ganzen Stadt vor einen vornehmen wackeren Mann gehalten werde, kein Vollzapf, Fresser, Säuffer, Spieler, Haderer noch Zänker ...“
Johanns breit aufgefächerte Verwandtschaft war ähnlich etabliert wie er. So werden im Ratskalender des Jahres 1740 zwei Adamis als Bürgerkapitäne genannt. Erstens der uns bekannte Johann Matthäus und zweitens Johann Moritz Adami aus der Saalgasse. Sein Vetter Jakob verdient besondere Beachtung. Er war Weinschenk und Großhändler im Haus zum Türkenschuss auf der Zeil. Aus der Handlung entwickelte sich im Jahre 1700 eine Bank, die nach seinem Tod 1745 von seinen Neffen an die Brüder Bethmann verkauft wurde.
Eher unangenehm fällt hingegen Ludwig Adami, Wirt des „Storchen“ am Weckmarkt, wegen Steuerrückständen im Jahr 1747 auf.

Die Eheleute Adami kauften schon einige Jahre vor ihrem Tod eine Grabstätte auf dem Peterskirchhof, der in ihrer Nachbarschaft lag. Man findet über den Vorgang im Epitaphienbuch eine Eintragung aus dem Jahr 1721. Die Grabstätte von 6 1/2 Schuh Breite lag auf dem zweiten Kirchhof in der Nordostecke. Im Totenbuch ist unter dem Datum des 4. Mai 1726 Maria Magdalena eingetragen. Johann Matthäus überlebte seine Frau um fast dreißig Jahre. Er starb am Montag, den 3. Juni 1754. Auf seinen Tod wurde ein heute nicht mehr erhaltenes Trauergedicht verfasst. Bei Lersner sind die Trauersprüche des Grabsteins verzeichnet.  Sie lauten:
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Der Garküchenplatz, bis 1547 der Hauptfriedhof der Stadt, senkte sich vom Domchor zur Fahrfasse. Schon seit 1507 bestattete man die Toten auf dem neuen Friedhof am Peterstor. Der alte wurde eingeebnet und beherbergte fortan einen Teil der Messe, darunter die Ärzte und Gaukler. Für dies Meßgäste wurden Garküchen aufgestellt, die dem Platze den Namen gaben. Der kleine Bau vorne ist die linke Garküche. Sie wurde nebst ihrer Nachbarin um 1770 neu erbaut. Dahinter stehen die Häuser Dannenberg, zum Kleinen Goldenen Hirsch und zu den Drei Säuköpfen und der Palas des Fürstenecks.
Quelle:
Alt-Frankfurt, ein Vermächtnis (1950) Seite 137; Georg Hartmann, Fried Lübbecke
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Sind wir gleich dem Todt ergeben,
werden wir doch wieder leben.
1728.
Joh. Math. Adami Bürger Capitains des Löbl. 3. Quartir.
Maria Magd. Adamin Nec´ Dieffenbach.
Der die Blumen grünent macht,
die man nicht im Winter acht,
wird auch uns dort geben wieder
die im Todt ersterte Glieder.

Als Nachbesitzer werden im Buch Anna Sibilla Henrici, geb. Adami, und ab 1828 Herr Kluge vermerkt.

Foto links:
Peterskirchhof Frankfurt a. Main, Wandtafel Adami-Dieffenbach (1960) im unrestaurierten Zustand an der Mauer.

© Harald Fester (2014)

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Quelle:
Der Peterskirchhof, Ein historisches Kleinod in der Frankfurter City, B. Wissenbach, 2004, Seite 42