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leerErzählungen, Zitate, Prosa
  CD leer Die historische Entwicklung des Peterskirchhofs

Der Verfasser des links abgebildeten CD-Buchs, Dr. Thomas Zeller, studierte Kunstgeschichte, klassische Archäologie und Botanik in Frankfurt am Main. 1995 promovierte er zum Dr. phil. an der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Seit 1996 arbeitet er als Kunsthistoriker in Frankfurt am Main. An dieser Stelle vielen Dank für die Unterstützung, einzelne Passagen seines CD-Buches (ISBN: 3-89282-046-5) hier zu zitieren.

Dr. Zeller schreibt in seinem CD-Buch auf Seite 8 und 9:
Der Peterskirchhof gehört in der Stadttopographie heute zum Bereich der Innenstadt. Seine nördliche Begrenzung bildet die Terrassierungsmauer der Bleichstrasse, im Süden stößt er an die Stephanstrasse. Die Liebfrauenschule mit ihrem Schulhof bildet die östliche Begrenzung. Nach Westen hin haben sich Teile der alten Friedhofsmauer erhalten, an deren Außenseite die Bebauung der Brönnnerstrasse stößt. Ein Vergleich der heutigen Topographie mit dem von Matthäus Merian d. Ä. 1628 gestochenen Stadtplan zeigt, dass die heutige Fläche des Friedhofs nur etwa ein Viertel seiner einstigen Ausdehnung einnimmt.
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Mit dem Bau der Rosenbergerschule und der Liebfrauenschule, 1892 und 1911, mit der Anlage der Stephanstrasse 1904 als Durchbruch von der Schäfergasse zur Stiftstrasse und mit dem Bau eines Bürohochhauses in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts an der Südflanke der Stephanstrasse, hat der Friedhof zahlreiche Grabmäler und wesentliche Teile seiner östlichen und südlichen Ausdehnung eingebüßt. Auch die nach den Plänen der Architekten August Dinklage und Hans Grisebach 1892-95 errichtete neue Peterskirche am nördlichen Rand des Friedhofs inmitten der Gräberfläche, bedeutete für den Grabmalbestand einen massiven Verlust. Nur wenige wurden bei all diesen Baumaßnahmen durch das Umsetzen in den heute bestehenden Restteil der Friedhofsanlage oder durch das Einlagern in Magazine gerettet info 1). Die alte, dem Peterskirchhof einst zugehörige Pfarrkirche war bis zu ihrem Abriss im Jahre 1895 eine kleine spätgotische Hallenkirche, die den Aposteln St. Peter und Paul geweiht war. Ihren Standort nimmt im heutigen Stadtbild der Klaus-Mann-Platz ein.
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Die Südseite dieser alten Peterskirche verlief entlang der Schäfergasse, der Chor erstreckte sich nach Osten zur Alten Gasse hin. Der Baubeginn der Kirche reicht in das Jahr 1417 zurück und ersetzte wiederum eine Kapelle aus dem späten 14. Jahrhundert. 1452 wurde die Kirche geweiht. Im darauffolgenden Jahr errichtete man den Taufstein info 2). Nur wenige Jahre zuvor war die von der ‚Staufermauer’ begrenzte Altstadt erweitert worden, indem eine neue Befestigungsanlage um die Stadt herum gezogen wurde. Die um 1413 vollendete neue Befestigungsmauer verlief entlang der Neuen Mainzer-, der Hoch-, Bleich-, Seiler- und Langestrasse. Der Bereich zwischen der alten und der neuen Stadtmauer erhielt die Bezeichnung ‚Neustadt’. In diesem noch dünn besiedelten Areal lag von Gärten umgeben, nur wenige Meter südlich des Friedberger Tores, die alte Peterskirche mit ihrem kleinen Kirchhof. Die Beisetzung der Kleriker und der Vertreter aus dem Stand des Patriziats erfolgte wie im Mittelalter üblich in der Kirche, wobei der begrenzte Raum nur wenig Platz dazu bot. leer bild
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Der eigentliche Bestattungsort der Gemeinde wurde der kleine Kirchhof vor dem Westportal der Kirche. Mit dem Bau eines Pfarrhauses dezimierte sich diese Fläche, so dass zwischen 1503 und 1508 ein Grundstück nach Westen entlang der Schäfergasse zum Friedhof ausgewiesen und geweiht wurde. Auf diesem ersten Peterskirchhof, im Katalog als 1. PK bezeichnet, errichtete 1511 der Bildhauer Hans Backoffen für die Opfer der Pest seine Kreuzigungsgruppeinfo 3). 1641 wurde der Friedhof durch den Ankauf eines Grundstücks nach Norden erweitert. Es war somit der zweite Peterskirchhof, 2. PK, entstanden. 1746 erweiterte die Gemeinde ihren Friedhof noch einmal. Der dritte Peterskirchhof, 3.PK, reichte nach Norden bis an die Wallanlage, wo er noch heute durch die Terrassierung der Bleichstrasse begrenzt wird. Die drei Bestattungsfelder waren durch Mauern voneinander getrennt info 4). Der Bestattungsort an einer Mauer zählte zu den priviligierten Plätzen und wurde nicht selten als Erbbegräbnis vergeben. Durch Spenden an den Almosenkasten der Kirche, später auch durch käuflichen Erwerb, gelangten diese Plätze an das Patriziat, an Geistliche und an wohlhabende Bürger der Stadt. Die Plätze im freien Feld dienten anfänglich niederen sozialen Schichten als Grabstätte. Als Martin Luther 1521 auf seinem Weg zum Reichstag nach Worms in Frankfurt Station machte, hielt er in der spätgotischen Hallenkirche eine Predigt. Der Übergang von einem katholischen zu einem protestantischen Gotteshaus erfolgte 1531. Der Friedhof durfte nun ausschließlich von Lutheranern und Reformierten belegt werden. Katholische Bürger erhielten erst wieder 1811 eine Bestattungserlaubnis. 1828 wurden die Bestattungen eingestellt und der Friedhof aufgelassen. An seine Stelle trat der neu angelegte Hauptfriedhof an der Eckenheimer Landstrasse weit draußen vor den Toren der Stadt info 5). Auf dem Areal des Peterskirchhofs verringerte sich seit seiner Auflassung bis hinein in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts der Grabmalbestand unaufhaltsam. Mit diesem Prozess einhergehend, verschlechterte sich der Erhaltungszustand vieler Gräber. Bereits um 1790 hatte Heinrich Sebastian Hüsgen in seinem ‚Artistischen Magazin’ über den schlechten Zustand einiger Gräber geklagt info 6). Ungeachtet der Verluste vermitteln die erhaltenen Grabmäler von der Renaissance ausgehend über den Barock, das Rokoko bis hin zum Klassizismus und der Romantik einen Blick auf dreihundert Jahre Sepulkralkunst der Freien Reichsstadt Frankfurt am Main. In dieser Zeitspanne haben sich unterschiedliche Grabmaltypen herausgebildet. Deren charakteristische Merkmale gilt es aufzuzeigen und chronologisch vorzustellen.

leer Fußnoten zum Bericht "Die historische Entwicklung des Peterskirchhofs" von Dr. Thomas Zeller, Frankfurt am Main
1) Die einstigen Standorte der Grabmäler werden in dieser Arbeit nicht erörtert. Nur auf jene Gräber, die sich noch heute an ihrem originalen Standort befinden, wird im Katalog als ‚in situ’ stehend verwiesen. leerlink
2) Vgl. F. W. Battenberg, Die alte und die neue Peterskirche zu Frankfurt am Main, Frankfurt/Leipzig 1895, S. 161ff. Neueste Forschungsergebnisse zum Peterskirchhof und den beiden Kirchen werden von Dipl. Ing. Björn Wissenbach in Form einer Dissertation vorgelegt werden. leerlink
3) Das Original, auf dem Friedhof 1979 ersetzt durch eine Kopie des Bildhauers Edwin Hüller, wird im Historischen Museum aufbewahrt. leerlink
4) F. W. Battenberg, a.a.O., S. 165f. leerlink
5) Zur Entwicklung des Hauptfriedhofs vgl. B. Erche, Der Frankfurter Hauptfriedhof, Beiträge zum Denkmalschutz in Frankfurt am Main, Bd. 11, Frankfurt am Main 1999, S. 10ff. leerlink
6) H. S. Hüsgen, a.a.O., S. 591 leerlink

  bild   Carl Theodor Reiffenstein.
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Der Maler Carl Theodor Reiffenstein ist am 12. Januar 1820 in Frankfurt am Main inder Graubengasse 18 geboren, also inmitten der Altstadt, als Sohn des Bierbrauers Johann Gerhard Reiffenstein, geboren am 18. 07. 1774 und dessen 2. Ehefrau Annemaria geb. Hoffmann, geboren am 03. 08.1772, beide gebürtige Frankfurter Bürger, und am 06. Dezember 1893 hier gestorben. Seine Familie läßt sich nach einer Zusammenstellung von Hermann Reiffenstein aus dem Jahre 1895 über die Familiengeschichte, Druck von Gebrüder Knauer, bis zum Jahr 1582 in Frankfurt nachweisen. In diesem Jahr heiratete der Sohn Philipp des Gräflich Königsteinschen Superintendenten Georg Reiffeisen in Frankfurt am Main Margarete Born. Seitdem war diese Linie Reiffenstein, zu der unser Maler gehört, Frankfurt am Main ununterbrochen treu geblieben.

Lassen wir Reiffenstein seine Jugenderinnerungen selbst erzählen..
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Quelle: "Frankfurt um 1850", Hans Lohne, Waldemar Kramer, Frankfurt am Main
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Auf Seite 365 der ober angegebenen Quelle ist zu lesen:

PETERSKIRCHOF, TOTENKAPELLE, SCHÄFERGASSE 19, 21

11. Juni 1874
...Als besondere Merkwürdigkeit ist eine Bombe zu betrachten, welche unter den Fenstern des ersten Stockes an dem kleinen Häuschen Schäfergasse 19, 21 nach dem Peterskirchhof hin in die Mauer eingelassen ist. Sie wurde bei der Beschließung von 1796 durch die Franzosen hereingeworfen. Es ist mit weißer Ölfarbe das Datum 13. Juli 1796 darauf gemalt. Sie bildete eine meiner frühesten Jugenderinnerungen. Sie war früher besser zu sehen, da der Kirchhof noch nicht so dicht bewachsen war. In neuerer Zeit diente die ganze Lokalität als Waschanstalt wegen des schönen und großen Bleichgartens, der direkt an den alten Peterskirchhof anstößt...
Als man während des Abbruchs bemüht war, die obererwähnte Bombe herauszunehmen, um sie der Merkwürdigkeit wegen zu erhalten, fand sich, daß dieselbe nur in Stein ausgeführt war.

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30. September 1876
Die Bombe ist seit einigen Tagen wieder an der selben Stelle, so gut es sich nur immer tun ließ, in die neue Wand eingemauert und mit größter Sorgfalt geschont worden.
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  Carl Friedrich Wilhelm Jordan   bild
  Der Schriftsteller Carl Friedrich Wilhelm Jordan (08.02.1819 - 25. 06.1904) war auch Politiker. Als Pfarrerssohn studierte Theologie in Königsberg. Die Lyrik begeisterte ihn bald mehr als sein Predigerberuf. Die Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 - 1831) und Ludwig Feuerbach (1804 - 1872) begeisterten ihn derart, daß er in der Philosophie und der Naturwissenschaft seine Zukunft sah. Dem Komponisten Franz Liszt (1811-1866) widmete er beim Empfang der Ehrendoktorwürde in Königsberg die Verse:
leerDie Jünger selbst des Kant und Hegel, Erwärmtest Du zu lichter Glut.
leerSie schmückten in der Stadt am Pregel, Dein Haupt mit einem Doktorhut.
1842, nach seiner Promotion zum Dr. phil. an der Albertus-Universität Königsberg ging er als Schriftsteller nach Berlin. Jordan war Mitglied des Freien Deutschen Hochstifts und wohnte seit 1853 in Frankfurt am Main, in der Taunusstrasse 20. Die Jordanstrasse in Frankfurt am Main - Bockenheim ist nach ihm benannt. Das Grab des Dichters befindet sich auf dem Frankfurter Hauptfriedhof, Gewann F 946
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Prosa: Klicken Sie auf das PDF-Symbol und
lesen Sie das Gedicht von Carl Friedrich Wilhelm Jordan über den Peterskirchhof .

  bild   Berufsgruppen
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Auf dem Peterskirchhof in Frankfurt am Main finden sich Gräber verschiedenster Berufsgruppen. Stark vertreten sind Händler, wie Silber- und Tuchhändler, Kaufleute, Mediziner und Handwerker. Besonders interessant sind die Gräber der Gründer der Frankfurter Wertpapierbörse. Die durchweg reformierten Familien du Fay, Passavant, Malapert, de Bary, de Neuville und Bode ließen sich üppige Monumente einrichten. Nicht selten gab es bei den wohlhabenden Zünften auch eheliche Verbindungen, die Reichtum verstärkten oder zumindest festigten. Die Geldhändler-Familien von Bethmann, von Metzler und von Grunelius hatten hier herausragende Grabstätten geschaffen. Es sind weiterhin Grabstätten bekannter Weltkonzerne, wie z. B. Nestlé zu sehen. In Familienwappen, die häufig auf dem Friedhof als Epitaphbekrönung dienen, enthalten Darstellungen, die nicht selten die eigene Zunft symbolisieren.
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Quelle (teilweise): "DER PETERSKIRCHHOF" Seite 40, Björn Wissenbach
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© Harald Fester (2014)

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