topgrafik
linie
leer
suche leerSanierung:
leer
top
leer

leer
Nach den Informationen des Museums für Sepulkralkultur in Kassel handelt es sich bei dem Frankfurter Peterskirchhof um den letzten bedeutenden Friedhof einer freien Reichsstadt, der eine hohe Anzahl Grabdenkmäler vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert birgt. Deshalb ist dieser von kulturhistorisch überragender Bedeutung für Deutschland – wenn nicht gar für Mitteleuropa.
leer

leer
Ein historisches Kleinod wird poliert
leer
foto leer Frankfurt am Main saniert mit dem Peterskirchhof sein „Who is Who der Stadtgeschichte“. Der Peterskirchhof, am nördlichen Ende der City gelegen, ist der älteste noch erhaltene christliche Friedhof, auf dem von 1418 bis 1828 bestattet wurde. Seine noch erhaltenen Grabdenkmale sind als Ensemble von überragender kulturhistorischer Bedeutung. Hier befinden sich unter anderem die Grabstätten von Goethes Eltern, der Familien Textor, Merian, Nestlé und vieler weiterer bekannter Frankfurter Familien. Anfang 2017 sollen wir den Peterskirchhof nicht nur als kulturhistorisch wertvolles Gesamtensemble, sondern auch als Naherholungsoase mitten in der Stadt wahrnehmen. Bis dahin sollen u. a. die Hauptwege neu gefasst werden, die Rasenflächen überarbeitet und eine neue Beleuchtung installiert sein.
Bild liks: Westwand mit 7 Grabstellen im Teilbereich 1
leer

leer
Stadtrat Prof. Dr. Felix Semmelroth, Dezernent für Kultur und Wissenschaft schreibt im Juni 2015 zu diesem Thema:
leer
foto leer Die dazugehörige Kirche St. Peter wird heute unter dem Namen Jugendkulturkirche als evangelisches Jugendbegegnungszentrum genutzt. Derzeit wird noch voraussichtlich bis Jahresende an ihrem Turm und den Balustraden gearbeitet.
Mit der Bereitstellung von 1,23 Mio Euro für die Grunderneuerung u. Gestaltung der umgebenden Grünflächen sowie weiteren 500 000 Euro für die Restaurierung der Grabmäler ermöglicht die Koalition von CDU und Grünen noch in diesem u. dem folgenden Jahr darüber hinaus erste Maßnahmen zum Erhalt und zur Sanierung dieses für Frankfurt so bedeutsamen historischen Ortes. Danach ist geplant, über die Folgejahre ein Programm mit festem jährlichen Budget aufzulegen, um die insgesamt 186 Grabmäler nach und nach dauerhaft instand zu setzen und damit ein wichtiges Stück Frankfurter Geschichte für nachfolgende Generationen zu sichern.
Bild liks: Prof. Dr. Felix Semmelroth
leer Naherholungsoase mitten in der Stadt. Schon Ende 2016/Anfang 2017 sollen die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger den Peterskirchhof nicht nur als kulturhistorisch wertvolles Gesamtensemble, sondern auch als Naherholungsoase mitten in der Stadt wahrnehmen. Bis dahin sollen zum Beispiel die Hauptwege neu gefasst werden, die Rasenflächen überarbeitet und eine neue Beleuchtung installiert sein. Außerdem wird es durch Stauden und Pflasterbänder mit gravierten Bronzeplatten einen optischen Bezug zur ursprünglichen Gestalt des Friedhofs geben. Auch die Gräber der Eltern Goethes werden dadurch entsprechend ihrer Bedeutung in Szene gesetzt. Um das historische Herzstück des Friedhofs zu bewahren, die Epitaphe der vielen Familien, die mit der Frankfurter Geschichte eng verbunden sind, werden allerdings noch langfristigere Anstrengungen erforderlich sein. Die vordringlichsten Aufgaben liegen hier in einer detaillierten Gesamterfassung der höchst unterschiedlichen Schadensbilder der ehemals zum Teil sehr prunkvollen Grabmäler sowie der Aufstellung eines konkreten Ablaufplans für die nächsten Jahre, in dem alle Maßnahmen auf dem Peterskirchhof ineinandergreifend abgestimmt werden müssen. Bei diesem städtischen Gesamtprojekt arbeiten immerhin vier Dezernate − Kirche, Planen und Bauen, Umwelt sowie Kultur − Hand in Hand. Der Anfang ist gemacht. Bald beginnt die kleinteilige Feinarbeit der Steinmetze und Restauratoren.
Quelle: FRANKFURT MAGAZIN, Zeitung der CDU-Fraktion im Römer, Ausgabe 2/2015
leer

leer
Sanierungskonzept 2004
leer
foto leer Das Historische Museum hat zum Goethejubiläum 1999 die wissenschaftliche und konservatorische Zuständigkeit der Denkmäler des Peterskirchhofs übertragen bekommen. Bei dieser Aufgabe erhält das Historische Museum wirkungsvolle Unterstützung durch seinen Förderverein, die Historisch-Archäologische Gesellschaft Frankfurt am Main e. V., der die praktische, das heißt finanzielle Abwicklung der Renovierungsarbeiten besorgt, die mit Hilfe der zweckbestimmten Spendengelder vorgenommen werden können. Spender sind bisher alteingesessene Frankfurter Bürger, Nachfahren von Bestatteten und Familienstiftungen. Zunächst hat das Museum mit Hilfe von Spenden die Gräber von Goethes Eltern und einige andere für die Stadtgeschichte besonders bedeutsame und kunsthistorisch wertvolle Grabdenkmäler restaurieren lassen.
Bild liks: Bauarbeiten an der Nordwand im 2. Teil des Peterskirchhofs (Mai 2004)
leer Das Grünflächenamt hat gleichzeitig die Bepflanzung aufgewertet und die Wege neu angelegt. Nun stellte sich für das Museum die Frage, wie es dem Ort gerechter werden und den Bürgern den Friedhof besser erschließen kann. Um für die kommenden Jahre die Maßnahmen zu bündeln, wurde ein Konzept erarbeitet, bei dem im Vordergrund die ständige Pflege des Ortes stehen soll.
leer

leer
Aufwertung der Flächen
leer
foto leer Der Peterskirchhof entwickelte sich über Jahrhunderte zu einer dreigeteilten Fläche mit einem alten, mittleren und jüngeren Abschnitt. Dieses Gebiet wurde seit Aufhebung des Friedhofs 1828 mehrfach beschnitten, sodass heute nur noch ca. 1/4 vorhanden ist. Hierdurch sind auch eine Anzahl baulicher Dinge weggefallen, die dem Ort seine stille Würde und Geschlossenheit gegeben haben. Dazu gehören die Sanierung der ersten Querwand hinter der Kreuzigungsgruppe an der Stephanstrasse und das Schließen der zweiten Querwand auf Höhe des Podestes der heutigen Kirche. Durch diese Maßnahmen kann die schrittweise Vergrößerung des Friedhofs wieder dargestellt werden. Wenn dies geschehen ist, können die Einzelflächen in der Darbietung überarbeitet werden.
Bild liks: Restaurierungsarbeiten an einer Grabplatte (2004)
leer Der älteste Teil an der Stephanstrasse hat einen sich der Strasse öffnenden Charakter. Er soll durch eine umfassendere Bepflanzung gehört werden. Die Quermauer und die wertvolle Kreuzigungsgruppe könnten abends beleuchtet werden. Bei den Überlegungen wird auch die schmale Grünfläche auf der anderen Strassenseite einbezogen, denn dieses Stück ist auch Friedhofsgelände. Der mittlere, zweite Teil soll auch weiterhin der Auffassung des 19. Jahrhunderts folgen.
leer
foto leer Damals ist das Gelände als englischer Landschaftsgarten von Sebastian Rinz angelegt worden. Der Passant soll hier verweilen können. Da der Friedhof auch ein Stück rares Grün in der Stadt darstellt, kommt ihm Bedeutung als Spiel- und Erholungsfläche zu. Ab Sommer 2005 sollen wieder Bänke an geeigneten Plätzen aufgestellt und die Bepflanzung verändert werden. Der dritte, auf Höhe der Kirche liegende Teil wird gleichzeitig durch die schon oben beschriebenen Maßnahmen geschlossen werden. Das Historische Museum will den intimen Charakter des Ortes betonen und ihn als Skulpturengarten herausarbeiten. Dieser Teil soll später nur von geführten Gruppen betreten werden.
Bild liks: Unbekanntes Männerrelief vom Peterskirchhof. Alabaster, dem Bildhauer Julius Glesker zugeschrieben
leer

leer
Sicherung des Denkmalbestandes
leer
foto leer Durch die stete Verkleinerung der Fläche hat sich auch der Bestand der Denkmäler verändert. Dazu kommt, dass seit der Zeit der Auflassung des Friedhofs die Denkmäler nach Gutdünken versetzt wurden. So können die meisten Grabmale nicht mehr am Originalplatz angetroffen werden. Heute ist der Bestand extrem gefährdet, durch Materialermüdung der Steine einerseits und die Aufhängung andererseits; von der Mauer ganz zu schweigen. In einem ersten Schritt sind die Grabsteine auf Unfallgefahr hin untersucht worden. In einem zweiten werden die Platten wieder befestigt und die Mauer saniert. Durch das Einsammeln schadhafter Steine und Brocken im Feld hat das Grünflächenamt eine größere Anzahl von diversen Stücken zusammengetragen. Diese können ab Winter 2003 zugeordnet und später wieder montiert werden.
Bild liks: Zweite Querwand Südseite mit Efeubewuchs. Hier die Grabmäler von Leonhardi und du Fay. Foto Meier-Ude. 1988
leer Außerdem sollen die im Depot eingelagerten Platten wieder installiert werden. Durch diese Maßnahmen wird eine Grabmaldichte hergestellt, die dem alten Erscheinungsbild nahe kommt.
leer

leer
Herausarbeiten der typischen Merkmale des Friedhofs
leer
foto leer Zu den typischen Merkmalen des Friedhofs gehören die großen barocken Grabdenkmäler Frankfurter Bürgerfamilien, die mit steinernem Wetterhaus eingefasst sind.
Zudem hatten einige Gräber Kupferüberdachungen mit dem gefälligen Schwung des 18. Jahrhunderts. Auf diese Details soll nun besonderes Augenmerk gelegt und bei Bedarf auch eine vorsichtige Rekonstruktion vorgenommen werden.
Bild liks: Zeichnung des Grabmals von der Burg. Schöpfung des Bildhauers Cornelius Andreas Donett (1683-1748), Grabmal als Torso erhalten. (Großes Epitaphienbuch) Quelle: Institut für Stadtgeschichte
leer

leer
Ergänzen des vorhandenen Materials
leer
foto leer Unser Blickpunkt liegt nicht auf der Rekonstruktion, sondern auf dem Schutz des Vorhandenen. Wenn allerdings ein Artefakt nicht im Einzel begriffen werden kann, soll eine Hilfestellung in Form einer sparsamen Rekonstruktion vorgenommen werden.
Bild liks: Allegorie der Liebe vom Bethmann´schen Grabmal. Die Figur ist aus Sicherheitsgründen der Familie Bethmann in den 70er Jahren zurückgegeben worden. Foto von 1973. Quelle: Institut für Stadtgeschichte
leer

leer
Konzept der bürgernahen Darbietung
leer
foto leer Um Menschen an den Ort zu binden, muss ein Weg gefunden werden, der Lust zum Verweilen macht. Dazu gehört es, dass der Passant einen ansprechenden Platz vorfindet, das heißt ein ordentliches Erscheinungsbild und die Möglichkeit der Erfahrbarkeit des Ortes durch ein entsprechendes museumspädagogisches Konzept. Außerdem sollte der Kirchhof nach den Vitalisierungsmaßnahmen für verschiedene Veranstaltungen des kulturellen Sektors bereitgehalten werden.
Bild liks: Bürgergruppe bei einer Führung über den Peterskirchhof mit Dipl. Ing. Björn Wissenbach
leer

leer
Museumspädagogisches Konzept
leer
foto leer Natürlich ist es am besten, wenn das Objekt aus sich heraus erfahrbar ist. Bei einem Friedhof trifft dies auch tatsächlich – über die Inschriften – zu. Weiterhin kann über Rückkopplungen mit dem Historischen Museum ein umfassenderes Verständnis für die Geschichte des Peterskirchhofs mit einem Besuch in der Mittelalterausstellung des Hauses, aufgebaut werden. Es werden zu verschiedenen Themenstellungen Arbeitsaufträge und Stadtrundgänge für Schulklassen, aber auch für andere Gruppen angeboten. Der Friedhof eignet sich zum Beispiel, Wege der Integration von Fremden in der Vergangenheit aufzuzeigen. Ein zu erstellendes Informationssystem vor Ort soll dem Besucher helfen, Gräber bedeutender Frankfurter zu finden. Dabei ist es wünschenswert, die historischen Persönlichkeiten plastisch vor Augen zu führen und in ihr gesellschaftliches Umfeld einzubetten.
Bild liks: Grabmal für Johann Baptist Eyssen, Südwand im 2. Teil des Friedhofs
leer

leer
Einordnung des Peterskirchhofs in seiner Bedeutung in Deutschland
leer
foto leer Nach den Informationen des Museums für Sepulkralkultur in Kassel handelt es sich bei dem Frankfurter Peterskirchhof um den letzten bedeutenden Friedhof einer freien Reichsstadt, der eine hohe Anzahl Grabdenkmäler vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert birgt. Deshalb ist dieser von kulturhistorisch überragender Bedeutung für Deutschland – wenn nicht gar für Mitteleuropa.
Bild liks: Grabmal für Johann Baptist Eyssen, Südwand im 2.Teil d. Friedhofs, im Juni 2004, vor den Renovierungsarbeiten.
leer

leer
Wissenschaftliche Auswertung
leer
foto leer Erhaltung des Bestandes ist eine Sache, die Auswertung eine andere. Eine Promotion über die Geschichte des Friedhofs ist in Arbeit. Ab März 2004 soll eine Flächengrabung von ca. 60 x 20 Metern unter archäologischen und anthropologischen Aspekten stattfinden. Dabei können verschiedene Diplom- und Doktorarbeiten vom Fachbereich Anthropologie und Human-Genetik angefertigt werden. Über die Grabung erhalten wir Aufschluss über die Bestattungen der Reichen entlang der Mauer und der Armen im Feld. Besonders von Interesse sind dabei die Armengräber, da über diese nichts bekannt ist. Die Arbeit des Fachbereichs bietet eine ganze Reihe von Erkenntnissen.
Bild liks: Ruiniertes Grabmal an der Ostseite des Kirchenpodests aus Buntsandstein
leer Die zu bergenden Gebeine geben Aufschluss über Geschlecht, Alter, Versorgungslage, chronische Krankheiten und eventuelle Todesursache. Über DNA-Analysen können sogar Verwandtschaftsbeziehungen nachvollzogen werden.
leer

leer
Mithilfe - Spenden
leer
foto leer Alles in allem wird der Peterskirchhof bei Umsetzung des Konzepts zu einem der am besten erforschten Friedhöfe in Deutschland. So gehen optische, bauliche und wissenschaftliche Maßnahmen eine gelungene Symbiose ein. Um dies verwirklichen zu können, bitten wir um Ihre Mithilfe.

Der Förderverein des Historischen Museums nimmt gerne Ihre Spende entgegen.
Eine steuerlich wirksame Spendenquittung wird ausgestellt.
Hier geht es zum Förderverein des Historischen Museums
leer

leer Die oben angegebenen Informationen stellte zum grossen Teil Dipl. Ing. Björn Wissenbach in seinem Buch "Der Peterskirchhof - Ein historisches Kleinod in der Frankfurter City" (2004), auf den Seite 53 bis 59 zusammen. Das Buch, Herausgeber Historisch-Archäologische Gesellschaft Frankfurt am Main und Historisches Museum Frankfurt am Main, erschien im Februar 2004 in einer Auflage und ist leider vergriffen.

© Harald Fester (2015)

btn-hoch
 
leer